Spielbericht vom 30. März gegen die Langenthal Invaders
Am vergangenen Sonntag wurde auch endlich in der Zentralschweiz wieder American Football gespielt. Die Luzern Lions trafen auf der heimischen Allmend auf die Titelverteidiger der Nationalliga B aus Langenthal.
Wie jedes Jahr war es vor dem ersten Spiel schwierig einzuschätzen, wo die beiden Teams stehen würden. Es war jedoch klar, dass beide Teams sich an der Tabellenspitze orientieren und um die Meisterschaft mitspielen wollen.
Der Luzerner Angriff startete etwas holprig, jedoch gelang es durch gute dritte Versuche, das Feld zu überbrücken. So befanden sich die Löwen schon früh in der sogenannten «Red Zone» und erzielten beinahe den ersten Touchdown der Saison. Ein fallengelassener Ball bei drittem Versuch beendete den Drive dann jedoch und die Lions mussten sich mit einem Field-Goal-Versuch begnügen. Dieser gelang und das Heimteam führte somit mit 03:00. Als je eine Angriffsreihe beider Teams gestoppt werden konnte, war es die Offense der Invaders, welche nun über das Feld marschierte und am Ende durch einen komplettierten Pass in die Endzone den ersten Touchdown erzielte. Ein Zufallsprodukt beim Extrapunktversuch führte zu einer «Two-point-conversion», weshalb die Langenthaler mit 03:08 in Führung gingen. In der Folge stockte das Luzerner Angriffsspiel, wobei der gegnerische Angriff bereits in der nächsten Serie, auch wegen eines monströsen Passfanges eines Wide Receivers, bereits den zweiten Touchdown erzielen konnte. Die 03:15 Langenthaler Führung hielt dann auch bis zur Halbzeit bestand. Einzig eine Interception des Lions-Defensive Backs Janik Von Ah vermochte es, die Gemüter der zahlreichen Zuschauenden noch einmal anzuheizen.
Mit einem regelrechten Urknall begann die zweite Halbzeit, als der Luzerner Linebacker Kimi Panayotopoulos in die gegnerische Ballübergabe reinknallte, worauf der Ball frei auf den Boden fiel und ihn Defensivkollege Raphael Dobmann sichern konnte. Je ein Pass- und ein Laufspielzug später war es Lions-Quarterback Timon Fellmann, welcher sich in der Endzone über seinen ersten Touchdown freute. Nach missglücktem Extrapunkt stand es nun 09:15. Copy paste, dachte sich Panayotopoulos im nächsten Defensivspielzug, als er erneut mit einem ungehinderten Blitzdurchbruch im Backfield des Gegners landete und dort den Ballträger umhaute. Dieser liess erneut den Ball fallen, welcher vom Luzerner Defensive End Ronny Sidler erobert wurde. Zu einem Touchdown reichte es dieses Mal nicht, jedoch erzielte Kicker Nico Helfenstein ein Field Goal und verkürzte damit auf 12:15. Die Langenthaler Offensive schien jetzt sichtlich von der Rolle. Eine Strafe auf Seiten der Lions bescherte den Invaders jedoch einen neuen ersten Versuch, worauf sich jene wieder stabilisieren konnten. Anfang des vierten Viertels war es schliesslich ein Laufspielzug der Gäste, welcher für den nächsten Touchdown verantwortlich war. Langenthal zog wieder auf 12:22 davon. Eine Reaktion auf Luzerner Seite war gefordert und diese kam auch. Ein weiter Pass von Quarterback Fellmann auf Tight End Dominic Gruber endete kurz vor der Endzone, worauf Fellmann zu Fuss seinen zweiten Endzonenbesuch feiern durfte. Mit nur noch wenigen Minuten auf der Uhr waren die Lions nur noch ein Field Goal vom Ausgleich entfernt (19:22). Bereits jenseits des 2-Minute-Warning war es dann Lions Defensive Lineman Scott Bauz, welcher die Fans zum Jubeln brachte. Er eroberte den Ball kurz vor der gegnerischen Endzone nach einem weiteren Fumble der Invaders. Wenige Augenblicke später gab es kein Halten mehr, als Running Back Sam Alge mit dem Ball in die Endzone marschierte und ein verlorengeglaubtes Spiel in eine 26:22 Führung umwandelte. Den Gästen gelang keine Antwort mehr, womit das Heimteam aufs Knie gehen und die Uhr auslaufen lassen konnte.
Die Lions starteten also mit einem Sieg in einem wahren «Krimi-Spiel» in die neue Saison und konnten gleich zu Beginn ein dickes Ausrufezeichen setzen. Dieses Aufeinandertreffen hat eindeutig gezeigt, was die Sportart American Football so faszinierend macht. Solange die Uhr nicht auf Null ist, kann alles passieren.
Bereits nächsten Sonntag können sich die Lions wieder beweisen. Sie spielen um 14:00 Uhr in Genf gegen die Geneva Whoppers. Die U19, die dieses Jahr gemeinsam mit den Argovia Pirates antritt, reist für ihr erstes Saisonspiel der Elite League nach Zürich zu den Renegades. Auch die U16 der Lions startet in den Ligabetrieb: am Samstag spielen die Youngsters am Flag-Gameday der Basel Spartans.
Autor: Nico Helfenstein
Bild: Robert Habijan

